Migration Foresight Lab

Kunde

German Marshall Fund of the United States / Robert Bosch Stiftung

Auftrag

Um abzuschätzen, inwiefern COVID-19 Migration und Mobilität dauerhaft verändern wird, ob bereits bestehende Megatrends wie Digitalisierung, Regionalisierung oder geopolitischer Wettbewerb durch COVID-19 verstärkt oder retardiert werden und ob neu aufkommende Migrations- und Mobilitätsmuster von Dauer sind, initiierte der German Marshall Fund of the United States unterstützt von der Robert Bosch Stiftung zwischen November 2020 und Februar 2021 das „Migration Foresight Lab“. Hierzu wurden 20 international renommierte MigrationsexpertInnen zusammengezogen, um sich gemeinsam ein Bild von den anstehenden Veränderungen zu machen mit dem Ziel, anstehende Migrationsdebatten in internationalen Prozessen (u.a. dem Global Compact for Migration, GCM) vorausschauend führen und zukunftsrobust ausrichten zu können.

Aufgabe

Das Bureau für Zeitgeschehen (BfZ) konzipierte den gesamten Prozess der Szenarien-Entwicklung und ko-moderierte die Workshop-Treffen mit international renommierten MigrationsexpertInnen aus aller Welt. In zwei Online-Workshops identifizierten und analysierten die ExpertInnen zunächst aufkommende, sich beschleunigende oder verlangsamende Trends, zukünftige Herausforderungen sowie schwache Veränderungssignale, deren Relevanz aufgrund von COVID-19 für das Migrationsmanagement zu- oder abnehmen würden. In welchem Binnenverhältnis und welcher Dynamik diese Veränderungstreiber zueinander in Verbindung stehen (Interdependenz), stand imMittelpunkt der Systemanalyse. Auf dieser analytischen Grundlage entwickelte das Bureau für Zeitgeschehen schließlich 14 „Was-wäre-wenn“-Szenarien, die in vier thematischen Strängen untergliedert wurden (Formen der internationalen Zusammenarbeit, Menschliche Sicherheit, Sozialer Zusammenhalt, Wirtschaftliche Entwicklung). Dieser Szenario-Reader war die Grundlage einer erweiterten Diskussion in drei online Workshops mit internationalen MigrationsexpertInnen über die langfristigen Herausforderungen und Chancen des internationalen Migrationsmanagements als Folge von COVID-19 – heute und in den kommenden Jahren.

Ergebnisse

Auf Grundlage der stark methodisch geleiteten Diskussion um Einflussfaktoren sowie den Szenario-Reader identifizierten die ExpertInnen jene Veränderungen aufgrund von COVID-19 im Themenfeld Migration und Mobilität, die voraussichtlich auch nach dem Ende der Pandemie fortdauern werden. Die ExpertInnen analysierten ferner die Chancen und sich neu eröffnenden Handlungsspielräume, die sich aus einem stark veränderlichen Umfeld für Migration und Mobilität ergeben haben – vor allem im Zusammenhang mit digitalen Möglichkeiten. Damit hat der Workshop inmitten der COVID-19-Krise einen wesentlichen Beitrag zur Orientierung internationaler MigrationsexpertInnen geleistet, um so Debatten innerhalb internationaler Foren (darunter der Global Compact on Migration) informiert, koordiniert und evidenzbasiert führen zu können.